Katholisches Kind

Fragen zum Familienleben: Partnerschaft sowie Kinder im deutsch-finnischen Umfeld.
Dani
Beiträge: 60
Registriert: Sa Okt 21, 2006 12:58 pm
Facebook: Dani Laitinen
Xing: Daniela Laitinen
Wohnort: Kuopio

Katholisches Kind

Beitragvon Dani » Mi Mär 16, 2011 10:34 am

Hallo wieder mal! :)

Heute gehts mir um die Religion. Mein Bub und ich sind beide katholisch. Offensichtlich stehen wir da in Suomi ziemlich alleine da. Für mich ist das weniger ein Problem, aber bei meinem Zwerg schon. Er kommt nächstes Jahr in die Schule, in drei Jahren sollte er Erstkommunion haben.
Die einzige Diözese, wie ich gerade ergoogelt habe, ist in Helsinki, und wenn ich das richtig gesehen habe, die nächste Kirche von hier aus 170 km weg in Oulu. Wenn es nur um die Kommunion ginge, dann ließe sich das schon irgendwie arrangieren. Zur Not mit nem Deutschland-Urlaub...Aber wie schaut es mit dem Religionsunterricht in der Schule aus? Katholisch wird es nicht geben...
Da Samis leiblicher Vater sowieso auch evangelisch ist, bin ich jetzt echt am Überlegen, ob ich Sami nicht besser konvertieren lasse. Er wäre sonst doch immer ein Außenseiter (was er durch seinen Ausländer-Status schon genug ist)...

Hat(te) jemand zufällig das gleiche Problem?

Benutzeravatar
Neumi
Beiträge: 514
Registriert: Do Okt 19, 2006 1:02 pm
Wohnort: Soukka, Espoo

Re: Katholisches Kind

Beitragvon Neumi » Do Mär 17, 2011 4:27 pm

Ich bin auch katholisch, aber habe mich schon beim ersten Kind dazu entschlossen, es lutheranisch taufen zu lassen. Man müsste hier in Finnland schon ein echt überzeugter Katholik sein, um dies mit seinem Kind durchzuziehen.
Übrigens ist hier in Finnland Schule und Religion nicht getrennt, also die ganze Klasse geht in die Kirche (schätze so etwa 5 Mal im Jahr), die ganze Klasse hat Religionsunterricht. Dazu die ganze Weihnachtsrumba, als Katholik wäre Dein Kind da schon irgendwie Outsider.

Lilli
Beiträge: 9
Registriert: Do Sep 17, 2009 2:48 pm

Re: Katholisches Kind

Beitragvon Lilli » Mo Sep 05, 2011 9:14 pm

Meine drei Kinder sind alle in Finnland geboren worden, alle wurden katholisch getauft. Meine älteste Tochter geht nun in die zweite Klasse und bekommt von Anfang an in der Schule katholischen Religionsunterricht. Soweit ich weiss wird in jeder Schule auch katholischer Unterricht angeboten, zumindest hier in Espoo. In der Stunde sind allerdings nur 3 Kinder, aus allen Altersstufen zusammen.

Das war nie ein Problem. Ich bin katholisch, mein fin.Mann evangelisch.

Benutzeravatar
Tomppa
Beiträge: 262
Registriert: Di Mai 01, 2007 11:55 pm
Wohnort: Auerbach/Opf. / Aitoo/Pälkäne

Re: Katholisches Kind

Beitragvon Tomppa » Di Sep 06, 2011 10:06 am

Aus Vieremä ist es wirklich sehr weit zu der nächsten Katholischen Kirche und die katholische Erziehung auf ein Maximum von Eigeninitiative angewiesen.

Ich selbst war in einer sehr ähnlichen Situation: die Mutter katholisch (deutsch) und Vater evangelisch (finnisch). Nur, die nächste katholische Kirche stand praktisch gleich nebenan - nur 50 km weit. Also wurden wir Kinder katholisch getauft, kommuniziert und firmiert. Da die meisten Kinder praktisch in Diaspora lebten, fanden gelegentlich gemeinsame Wochenenden im Pfarrhaus mit katholischem Religionsunterricht. Es waren sehr schöne Wochenenden (bis auf den langweiligen Unterricht) und wir wurden eine eingeschworene Gruppe.

Damals, in den 70er Jahren gab es in Finnland aufgrund der restriktiven Einwanderungspolitik nur sehr wenige Ausländer. Von uns hatten natürlich die meisten aber einen ausländischen Herkunft: Deutschland, Frankreich, Ungarn.... Wir waren damals ca. 3000 Katholiken im Land, die meisten davon in der Gegend von Helsinki. Inzwischen gibt es angeblich 11.000 Katholiken in Finnland.

Die Pfarrer und der Bischof stammten allersamt aus einem niederländischen Orden. Es handelte sich um einer lockeren, lebensfrohen Orden. Der witziger Bischof Paul war beliebt wie ein Popstar.

Inzwischen sind die finnischen kath. Pfarrer meistens aus einem polnischen Orden und diese werden als eher humorlos angesehen.

Nachdem ich als junger Mann nach D umgezogen bin, stellte ich nach einigen Jahren fest, meine eigene Religion gänzlich mißverstanden zu haben, sie war doch nicht lebensbejahend, tolerant und fröhlich als Gegenteil zu der evangelischen Kirche. Folglich bin ich aus der Kirche ausgetreten. Zu meiner Überraschung fand ich später heraus, dass die meisten aus unserer "Gruppe" ebenfalls aus der Kirche ausgetreten sind oder die Messe nicht mehr besuchen, ihre Eltern ebenfalls.

fernweh
Beiträge: 14
Registriert: Di Mai 25, 2010 9:21 am
Wohnort: NRW / Rauma

Re: Katholisches Kind

Beitragvon fernweh » Di Sep 06, 2011 8:24 pm

@tomppa

Wie witzig - wir waren in Costa Rica und haben uns dort mit einem Bekannten unterhalten, der fragte, welcher Religion wir angehören. Als wir sagten "evangelisch" sagt er - que triste :D , woraufhin wir um Aufklärung baten. In Costa Rica gibt es einige wenige Dörfer, deren Bewohner Lutheraner sind und dort ist alles verboten - tanzen, feiern usw. und geheiratet wird nur untereinander. Aus Sicht der Katholiken, die dort eher fröhlich sind, und ihre Feste feiern wie sie fallen, absolut unverständlich, das man dieser Religion angehören kann.

Da kann man sehen, wie unterschiedlich in den einzelnen Ländern die Religion ausgeübt wird.

LG
Andrea
Gehe in die Welt und sprich mit Jedem

Benutzeravatar
roelli
Beiträge: 1662
Registriert: Mo Okt 02, 2006 4:07 pm
Wohnort: Uusimaa Träskända
Kontaktdaten:

Re: Katholisches Kind

Beitragvon roelli » Fr Nov 25, 2011 8:15 pm

Wenn sich drei Kinder in der Gemeinde finden, bräuchte das Kind nicht am Religions- / Ethikunterricht der Schule teilnehmen. Die Gemeinde ist dann verpflichtet katholischen Glaubensunterricht zu organisieren.

Heidän ei siis tarvitse osallistua valtauskonnon eikä elämänkatsomustiedon opetukseen, vaan kunnan on järjestettävä oman uskonnon opetus, mikäli kunnassa on vähintään kolme oppilasta, joille opetusta pyydetään.
http://katolinen.net/?page_id=401


Zurück zu „Kinder und Familie“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 5 Gäste