Schwule Finnen

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Jackie
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Schwule Finnen

Beitragvon Jackie » Mo Sep 22, 2014 10:16 am


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Re: Schwule Finnen

Beitragvon fax » Mo Sep 22, 2014 10:24 pm

Dass Homosexualität nun als Briefmarke der finnischen Post einen so öffentlichen Platz bekommt, wurde von Schwulenverbänden im auch heute noch teils sehr konservativen Finnland bejubelt.

Ist Finnland auch heute noch teils sehr konservativ? :?:

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Re: Schwule Finnen

Beitragvon Jackie » Di Sep 23, 2014 11:45 am

Im Sinne der Wortbedeutung -- doch wohl. Sicherlich gibt es (vor allem in der Hauptsatdt) Tendenzen zu Akzeptanz der Schwulen, aber insgesamt sehe ich Finnland im Vergleich zu anderen europ. Länder da eher rückschrittlich. (Im Vergleich zu Russland jedoch schon fast fortschrittlich.) Bist Du anderer Meinung?

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Re: Schwule Finnen

Beitragvon fax » Di Sep 23, 2014 12:44 pm

Ich sehe keinen Unterschied zu anderen (fortschrittlichen) Ländern. Auf dem Land sind die Leute meist konservativ und in der Stadt eher nicht... Rein rechtlich bin ich jetzt gerade nicht auf dem aktuellen Stand, aber gesetzlich verbindliche Lebensgemeinschaften u.ä. gibt's doch auch schon länger oder täusche ich mich da?

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Re: Schwule Finnen

Beitragvon Jackie » Di Sep 23, 2014 9:18 pm

Nun ja zum einen beantwortest Du nun Deine Frage zum "teils sehr konservativ" selbst und da ich selbst auf dem Land lebe, sehe ich da wohl eher bzw. vor allem die konservative Seite, wohlwissend, dass die Hauptstadt-Espoo-Vantaa-Metropole schon lockerer ist. Zum anderen ist es natürlich auch eine Frage, wie man sich mit anderen Ländern vergleicht. Nimmt man zum Bsp. das Recht der gleichgeschl. Ehe - dann hat ja Finnland demnächst wieder eine Abstimmung. Ist natürlich nun auch ne Frage, ob das wirklich "Fortschritt" ist oder nicht. Für meine Ansichten ist es forstchrittlich, entgegen der Meinung, dass eine Ehe ja wohl Nachwuchs zum Ziel hat, was jedoch bei etlichen Mann-Frau-Ehen noch weniger der Fall ist, als bei gleichgeschl. Paaren, die doch gern ein Kind adoptieren würden, wast dann auch wieder so ein Fall von fortschrittlich oder nicht ist...

Im Vergleich zu Deutschland allerdings, ist Finnland durchaus nicht viel rückschrittlicher. ;)

PS: Mir war es schon immer völlig egal ob Jemand hetero, homo, bi, transsexuell oder zwittrig ist und ich verstehe eigentlich auch nicht, warum die Nicht-Hetero-Leute nicht auch genauso leben dürfen sollten, wie die anderen. Ist wohl wieder nur so ne Sache mit den Minderheiten.

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Re: Schwule Finnen

Beitragvon fax » Mi Sep 24, 2014 9:48 am

Jackie hat geschrieben:Nun ja zum einen beantwortest Du nun Deine Frage zum "teils sehr konservativ" selbst

Nein, tu ich nicht, das war rhetorisch. ;) Die nd impliziert, dass Finnland konservativer als andere Länder ist, was m.E. ziemlicher Quatsch ist.

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Re: Schwule Finnen

Beitragvon Jackie » Mi Sep 24, 2014 9:18 pm

Ja klar, Du wohnst ja auch in Helsinki. :p

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Re: Schwule Finnen

Beitragvon roelli » Fr Sep 26, 2014 5:36 pm

fax hat geschrieben:
Jackie hat geschrieben:.... Die nd impliziert, ...


Das nd ...

8)

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Re: Schwule Finnen

Beitragvon fax » Sa Sep 27, 2014 12:48 am

Die nd (Zeitung)? Egal, werde ich mir höchstwahrscheinlich sowieso nie wieder ansehen.

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Re: Schwule Finnen

Beitragvon Jackie » Sa Sep 27, 2014 10:01 pm

Die Spiegel und Die Stern (Zeitschrift)? ;)

Was hast Du denn nun gleich gegen das nd? Dann wohl doch lieber BILD und iltasanomat? :mrgreen:

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Re: Schwule Finnen

Beitragvon roelli » Sa Sep 27, 2014 10:23 pm

fax hat geschrieben:Die nd (Zeitung)?


die habe ich im Zusammenhang mit dem Zeitungsnamen noch nie gehört, noch gelesen. Es bezieht sich wohl auf den Eigennamen der Zeitung das „Neue Deutschland“. Auch google reagiert eher auf "das nd", den "die nd".


Egal, werde ich mir höchstwahrscheinlich sowieso nie wieder ansehen.

Ach, wenn man mal ergänzende Informationen benötigt ist die Zeitung nicht schlecht. Irgendwie schaffen es gewisse Details nicht in alle Medien, ich weiß auch nicht warum. 8) Natürlich muss man manchmal vorher den Roten Lesefilter einschalten!

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Re: Schwule Finnen

Beitragvon roelli » Sa Sep 27, 2014 10:26 pm

fax hat geschrieben:
Jackie hat geschrieben:Nun ja zum einen beantwortest Du nun Deine Frage zum "teils sehr konservativ" selbst

Nein, tu ich nicht, das war rhetorisch. ;) Die nd impliziert, dass Finnland konservativer als andere Länder ist, was m.E. ziemlicher Quatsch ist.


aus einem Bericht über die Arbeitsweise des Israelischen Geheimdienstes

Suche nach besonders pikanten Details wie Homosexualität

In dem Interview erzählen die Soldaten offen von ihrem Dienst als Lauscher. Sie seien angehalten worden, besonders auf "pikante" Details zu achten. "Zum Beispiel auf finanzielle Probleme, die sexuelle Orientierung oder eine schwere Krankheit bei ihm oder in der Familie", sagte N., eine Reservistin, die den Brief ebenfalls unterzeichnet hat. "Wenn du homosexuell bist und über zwei Ecken jemanden kennst, den Israel sucht, macht Israel dir das Leben zur Hölle."

http://www.welt.de/politik/ausland/arti ... enter.html

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Re: Schwule Finnen

Beitragvon roelli » Mo Sep 29, 2014 9:33 pm

Jackie hat geschrieben: (Im Vergleich zu Russland jedoch schon fast fortschrittlich.) Bist Du anderer Meinung?


Dazu mal zwei Kommentare:

Russlands Schwulenhass: Wahrheit oder Propaganda?
http://www.youtube.com/watch?v=nzuzdP3lChY

Maxim Schewtschenko - Nein der homosexuellen Propaganda - deutsch
http://www.youtube.com/watch?v=kRttGSFgg6w

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Re: Schwule Finnen

Beitragvon Jackie » Mi Okt 01, 2014 8:22 pm

Auch nicht schlecht, danke Roelli. Bräuchte man sehr viel öfter solche Leute und clips als Antwort auf die Mainstream Medien! Andererseits enstand der Medienhype bzgl der russ. Homophobie wohl nachträglich von Vorkommnissen im Zusammenhang mit der Winterolympiade, sprich, es GAB einen ANLASS für den Hype und kann man den nun ganz ausser Acht lassen? Vielleicht wohl. Ich war noch nie in Russland. Aber in der DDR z. Bsp. gab es auch keine Schwulen... :mrgreen:

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Re: Schwule Finnen

Beitragvon roelli » Mo Okt 20, 2014 11:14 pm

Jackie hat geschrieben:Auch nicht schlecht, danke Roelli. Bräuchte man sehr viel öfter solche Leute und clips als Antwort auf die Mainstream Medien!


Feindbild Familie - COMPACT Live mit Bernhard Lassahnn ( Blaubär ) und Jürgen Elsässer
http://www.youtube.com/watch?v=94xWdA50mTU

Eine Rede des russisch-orthodoxen Priesters André Sikojev
http://www.youtube.com/watch?v=SLYND0t-foM ff.

für die Hardcore-Freunde: :mrgreen:
Lesung Akif Pirincci - Buchmesse Frankfurt 2014
https://www.youtube.com/watch?v=tTyT0Jvehus

Jackie hat geschrieben:Andererseits enstand der Medienhype bzgl der russ. Homophobie wohl nachträglich von Vorkommnissen im Zusammenhang mit der Winterolympiade, sprich, es GAB einen ANLASS für den Hype und kann man den nun ganz ausser Acht lassen?


Heu! Anlass, als Pussy Riot mit Hähnchen experimentierte?

Gabriele Krone-Schmalz über die Homosexuellen in Russland
http://www.youtube.com/watch?v=xdXpuzJtu-w

Sotschi und die Medien
http://www.youtube.com/watch?v=bbQifkhLbVs

Die Medienhype läuft mMn schon länger, zumindest lagen sie, die Medien schon in den Startlöchern, was man z.b. an der Art und Weise gesehen hat wie schon zuvor über Putin berichtet wurde. Nicht nur das, im Nachhinein muss man sicher verschiedene Darstellungen, Mitteilungen, die zuvor noch keinen Sinn ergaben neu bewerten. Die Nummer mit den Homosexuellen ist in Bezug auf Russland nur Vorwand, wenn es etwas anderes geben würde, welches man besser also anklagender Wirken lassen könnte, würde man dies nehmen.

Wenn es einen den „Anlass“ gibt, geben sollte, muss man wohl zunächst mehrere Handlungsstränge eröffnen.

Einer dahingehend das unter Putin der Einfluss der westlichen Welt in Russland begrenzt wurde. Eine Entwicklung die in den 90- zigern begann als der Westen versuchte damals unter Jelzin, Russland auszunehmen.

Obwohl das bestimmt auch zu kurz greift:
Zbigniew Brzezinski
http://de.wikipedia.org/wiki/Die_einzig ... herrschaft

Dann wiederum noch Älter:
Das Heartland liegt im Zentrum der Weltinsel und erstreckt sich von der Wolga bis zum Jangtsekiang und vom Himalaya zur Arktik. Mackinders Heartland war das Gebiet, das vom Russischen Reich regiert wurde, danach von der Sowjetunion, abzüglich der Halbinsel Kamtschatka.

http://de.wikipedia.org/wiki/Heartland-Theorie

Jackie hat geschrieben: Vielleicht wohl. Ich war noch nie in Russland. Aber in der DDR z. Bsp. gab es auch keine Schwulen... :mrgreen:


Doch die gab es auch, vielleicht nicht in der Menge. Allerdings ging man damals auch davon aus das nur eine Verbindung von Mann und Frau, dies jeweils in Personalunion von biologischem, rechtlichem und sozialem Part, Kinder bekommen können. Außerdem grassierte der Staatsfeminismus damals noch nicht so, da sah man sich als Mann sicher nicht so genötigt nach Alternativen Ausschau zu halten, vermute ich mal. :mrgreen: Wobei mich hier auch interessieren würde ob die Bewerbung der Sache eine Wirkung zeigt? Da ist z.b. dieser Kuss von 2003, zwischen den beiden Pop-Diven Madonna und Britney Spears. Heute knutschen sich alle Naselang irgendwelche Frauen, nicht nur in der Soap's.

Wenn ich derlei Fotos sehe fällt mir immer Ali G ein.
http://www.youtube.com/watch?feature=pl ... jkNo#t=113 :mrgreen:

Zumal sich diese Diskriminiertengruppe zu der Zeit meist mit Musik machen beschäftigte. Weniger wurden da die familiären Verhältnisse in den Medien erläutert, so wie das heute der Fall ist.

Naja, der § 175 wurde etwas eher abschafft.
http://de.wikipedia.org/wiki/§_175#Entwicklung_in_der_SBZ_und_der_DDR

Auch gab es den erwähnten Bruderkuss:

Bild
http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialistischer_Bruderkuss

Der wurde allerdings mehr mit den Auswüchsen des Kommunismus gleichgesetzt. ;-) Komisch Die Linke knutscht sich heut gar nicht mehr. Das ist wiederum auch so ein interessantes Geschichtsthema, das die Ambitionen sowjetischer Besatzerhöriger immer auf eine gewisse Distanz stießen. Wenn man diesen Aspekt mal mit der Trizone vergleicht, da wird ziemlich viel durchgewunken.

Der Bruderkuss hatte aber, wie Schewtschenko schon sagte keine homoerotische Bedeutung. In einem Finnisch-Kurs vor Jahren, hier in Finnland, klagte mir mal ein Türke sein Leid, das derlei (innige Umarmungen unter Männern in deren Kulturkreis) heute mit sexuellen Anbandlungen gleichgesetzt würden. Das wäre eine Unmöglichkeit.


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